Theaterstück: "Hallo Nazi"

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"Hallo Nazi" ein Jugendtheaterstück zum Thema "Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" besuchte die OBS Bad Harzburg am 17. und 18. Mai 2018Provokant, mit lauten, aggressiven Tönen und erfrischend realitätsnah haben am Donnerstag und Freitag drei Schauspieler vor den Schülergruppen der siebten, achten und zehnten Jahrgangsstufen der OBS an der Deilich ein Jugendtheaterstück aufgeführt.
Von Matthias Hoßfeld
Bad Harzburg. Laute und wütende Stimmen hallten am Donnerstag- und Freitagvormittag aus der Pausenhalle der Oberschule Bad Harzburg nach draußen. Nein, diese Lautstärke verursachten keine Lehrer mit deutlichen Worten an ihre Schüler, sondern die Schauspieler der Theatergruppe Scheselong aus Berlin. Diese gastierte mit ihrem Theaterstück "Hallo Nazi" auf ihrer Veranstaltungstour 2018 in Bad Harzburg. Unterstützt wurde die Aufführung durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales/Gesundheit und Gleichstellung.
Für dieses Stück brauchte es nicht viel: eine improvisierte Bühne, drei Schauspieler, einen Regisseur, Beleuchtung und ein interessiertes, aufmerksames Schülerpublikum, das dem emotionalen Bühnengeschehen folgte.
Zum Geschehen: Ein junger Neonazi namens Rudi, der "stolz ist, ein Deutscher zu sein!", landet nach einer Schlägerei mit Jan, einem Ausländer und Schwarzarbeiter, gemeinsam in einer Gefängniszelle, wobei sich jeder im Recht fühlt und dem anderen gegenüber seine Vorurteilen präsentiert. Verbale Ausfälligkeiten, wie zum Beispiel "Ich will mir bei dem Polacken keine Läuse holen" oder " ohne deine Schläger bist du ein feiges Schwein" wechselten sich mit körperlicher Gewalt zwischen den beiden ab, wobei die Polizistin Tina die angriffslustigen Streithähne kaum zu stoppen vermochte. Diese Phrasen sowie das Bedienen von gängigen Klischees brachte das Publikum zum Lachen. Jedoch kehrte spürbar Ruhe ein, als die Polizistin die Nachricht überbrachte, dass ein bei der Schlägerei verwunderter Ausländer an seinen Verletzungen verstarb. Diese Botschaft brachte die Widersacher emotional näher und die Zuschauer sichtbar zum Nachdenken.
"In diesem Stück geht es um Wut, Aggressivität, den Umgang mit rechter Gewalt und wie diese unsere heutige Gesellschaft bewegt", sagt Regisseur Cüneyt Ogan, türkisch-stämmiger Deutscher aus Berlin. Das Theaterstück verfolgt das Ziel, jungen Leuten nahezubringen, bestehende Vorurteile abzubauen und gegenseitigen Respekt im Lebensalltag zu zeigen.
Aus diesem Grund führten die Beteiligten des Theaterstückes am Donnerstag und Freitag im Anschluss an die Veranstaltung mit jeweils zwei Klassen der Oberschule Bad Harzburg einen Workshop durch. Mit dem Schwerpunkt "Menschenrechte" schafften sie Situationen mit der Möglichkeit, Schülern, die Empathie bei Schülern zu fördern und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Zudem begünstigte es die individuelle Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und stärkte die demokratischen Kompetenzen der Jugendlichen.
Die Theaterveranstaltung mit anschließendem Workshop zu diesem brisanten Thema war ein voller Erfolg und wird nachfolgend thematisch im Geschichtsunterricht der beteiligten Klassen besprochen werden. Wir unterstützen damit das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus, denn bunt sind wir auf jeden Fall.


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