Benimmtraining

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Benimm im Job trainiert
Berufswahlprojekt vor Ort
Von Heinz-Georg Breuer
(GZ vom 13.06.2017) (GZ vom 13.06.2017)

Einleitung
Bad Harzburg
. Selbstverständlichkeiten, die lange Zeit vom Elternhaus und/oder den Lehrern vermittelt wurden, werden heute mit teuren Programmen erkauft. "BOGS" (Berufsorientierungsprogramm im Landkreis Goslar) heißt die jüngste Errungenschaft für alle Schulformen. Sie wurde als Pilotprojekt an der Oberschule Deilich getestet und soll im nächsten Schuljahr rund 700 Eleven kreisweit erreichen. Neben Berufseignungstests zur Ermittlung individueller Fähigkeiten sowie der persönlichen Stärken und Schwächen war ein Benimmtraining der Schwerpunkt in der Deilich, das - so die Projektbeschreibung der federführenden "Allianz für die Region" GmbH - "einen ersten Überblick zu den wichtigsten Verhaltensregeln und Besonderheiten im Umgang mit anderen Menschen im Arbeitsleben" verschaffen soll.

Mimik macht viel aus
"Vieles war für mich selbstverständlich, etwa der Respekt und die Höflichkeit", erklärte bei der Präsentation in der Schule Yannik Himstedt, der zur Berufsfeuerwehr will, während Angelique Skupin, Studienwunsch Sozialpädagogik nach dem Fachabitur, dem Benimmtraining immerhin einiges gestenreich abgewinnen konnte: "Ich habe mich schon gewundert, was Mimik und Körperhaltung bei einem Bewerbungsgespräch ausmachen..."
Doch wer sich da gestern beim Resümee äußerte, das war die Creme der Deilich-Neuntklässler, wirksam in Szene gesetzt von den Offiziellen. Schulleiterin Ulrike Eilers eröffnete mit der Bemerkung "bei der Berufsorientierung haben wir uns schon lange auf den Weg gemacht", Allianz-Mann Bernd Manthey betonte "wir gucken auf die Menschen, nicht auf die Organisation", derweil Andreas Dames von der Arbeits-Agentur laut sinnierte, ob es wohl gelinge, "das Gelernte in den Alltag zu integrieren". Schließlich habe sich beim Berufswahlverhalten in den letzten 20 Jahren einiges verändert.
Christian Friedrich schließlich, Fachdienstleiter für die Schulorganisation bei der Goslarer Kreisverwaltung, hob ebenfalls auf die Dualität von Gestern und Heute ab, als der gebürtige Bad Harzburger bekannte, vor 30 Jahren sei er auch mal hier zur Schule gegangen. Damals habe es keine Chance gegeben abzuwägen, ob es beruflich nicht doch noch etwas Besseres gebe: "Da wurde gemacht, was Vater, Onkel oder Tante machten..."
Einen Kritikpunkt gab es bei aller rosaroten Einfärbung moderner Berufsfindung dann doch, unisono von den Schülern vorgetragen: Die Projektstunden - ganz gleich, ob zweimal zwei oder einmal vier Stunden en bloc - sollten grundsätzlich möglichst vor dem Schülerpraktikum stattlinden. Es mache schließlich weitaus mehr Sinn, das Gelernte auch gleich draußen umzusetzen, als nachher festzustellen, was man alles falsch gemacht habe...

Erst mal vorstellen
Soweit die Theorie, es folgt die Praxis. Gleich nebenan hat Tom Derer, Polizeibeamter aus Goslar und in einem Aufwasch Personaltrainer, seine Oberschul-Schäfchen um sich versammelt. Zunächst teilt er Kärtchen aus, auf denen sich die Neuntklässler mit ihren Personaldaten verewigen sollen. Ist ja auch im richtigen Leben so, dass man sich erst mal vorstellt...
Ob die Zielbeschreibung der Projektpartner aus dem Lehrbuch fürs richtige Leben entspringt, bleibt offen: "Die Orientierungshilfen kommen nicht nur den jungen Menschen zu Gute, auch die lokalen Wirtschaflstreibenden/-Unternehmen profitieren von einer Reduzierung der Abbrecherquote bei der Berufsausbildung. Mittelfristige Ziele sind eine starke und stabile Infrastruktur in der Region und die Nachwuchssicherung an qualifizierten jungen Fachkräften."

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